Trennungszeit: Warum sich so viele Paare zu Weihnachten trennen
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Warum Weihnachten zur Trennungszeit wird
Weihnachten gilt als die besinnlichste Zeit des Jahres. Harmonie, Lichterglanz, Familienfrieden.
Doch die Realität sieht oft anders aus: Stress, Erwartungen, Enttäuschungen.
Für viele Paare wird der Dezember zur Belastungsprobe und für einige sogar zur Endstation.
Warum das so ist? Hier die häufigsten Gründe und was ihr dagegen tun könnt.
1. Geschenke & überzogene Erwartungen
Weihnachten ist die Zeit der Geschenke und gleichzeitig die Zeit der größten Enttäuschungen.
Viele Menschen verknüpfen ihren eigenen Wert mit dem, was sie unter dem Baum finden.
Bleibt das Wunschgeschenk aus, fühlen sie sich nicht gesehen, nicht wertgeschätzt und nicht geliebt.
Plötzlich wird aus einem Präsent ein Beziehungsbarometer.
Beispiel:
Statt der erhofften Designerhandtasche liegt Reizwäsche im Paket und schon explodiert die Stimmung.
Lösung
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Erwartungshaltung vorab klären
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Budget festlegen
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Wunschliste erstellen (mit mehreren Optionen)
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Alternativ: komplett aufs Schenken verzichten
So bleibt die Überraschung – aber ohne Stress, Unsicherheit oder Enttäuschung.
2. Unterschiedliche Vorstellungen vom perfekten Weihnachten
Für manche ist Weihnachten heilig: Tradition, Festlichkeit, Familienrituale.
Für andere ist es einfach ein Datum im Kalender.
Diese Unterschiede führen zu enormen Spannungen, besonders wenn man das erste Weihnachten als Paar erlebt.
Typische Konflikte:
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Einer liebt Deko & Familienfeste, der andere ist ein Grinch
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Unterschiedliche Familien müssen „unter einen Hut gebracht“ werden
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Abweichende Erwartungen an das „perfekte Fest“
Lösung
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Verständnis statt Veränderungsdruck
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Kompromisse finden
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Wenn nötig: getrennte Feiertage (3 Tage im Jahr sind kein Drama)
3. Streitverbot an Weihnachten: ein gefährlicher Mythos
Viele Paare glauben, man darf an Weihnachten nicht streiten.
Doch genau dieser Druck führt dazu, dass Themen verschwiegen werden und später umso heftiger hochkommen.
Wenn man Probleme nur runterschluckt, explodieren sie oft im Januar.
Deshalb gilt: Kommunikation ist wichtiger als künstliche Harmonie.
Lösung
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Offene Gespräche statt Schweigen
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Kleine Konflikte sofort ansprechen
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Sich erlauben, auch an Weihnachten anderer Meinung zu sein
Und manchmal ist ein Streit nicht dramatisch, wenn die Versöhnung danach umso schöner ist.
4. Stress²: Alltag + Vorweihnachtszeit
Dezember bedeutet: Alltagsstress + Weihnachtsstress = Stress².
Es wird gebacken, gearbeitet, geputzt, organisiert, dekoriert, eingekauft.
Überall Erwartungen. Überall Termine.
Und wenn die Feiertage da sind, sitzt plötzlich die gesamte Familie auf einem Haufen.
Das Ergebnis: Überforderung, Gereiztheit, emotionale Erschöpfung – und genau dann passieren Krisen.
Lösung
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Vorbereitung frühzeitig starten (z. B. Geschenke schon im November besorgen)
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Perfektionsdruck bewusst loslassen
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Das Festessen vereinfachen (niemand stirbt ohne Ente & Rotkohl)
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Atempausen einplanen
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Quality-Time zu zweit schaffen (heiße Schokolade, Kerzen, Sofa – Wunderwaffe!)
Weihnachten trennt Paare nicht – Erwartungen tun es
Die Feiertage sind nicht das Problem.
Es sind unrealistische Vorstellungen, Stress, Kommunikationsblockaden und der Druck, alles müsse „perfekt“ sein.
Wer offen bleibt, ehrlich kommuniziert, Erwartungen reduziert und sich selbst weniger stresst, für den kann der Dezember wieder das werden, was er sein sollte: eine schöne Zeit.
In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne, entspannte Weihnachtszeit. 🎄✨
Therese Kersten
Inhaberin und Gründerin „Die Treuetester“
„2008 verliebte ich mich und musste eines Tages feststellen, wie schmerzhaft Liebe sein kann. Wenn man betrogen wird, dann fühlt es sich an, als würde alles, was man über die Jahre hart aufgebaut hat, wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Die Liebe, das Vertrauen, die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft – alles nur noch Luft. Doch mit der Enttäuschung kam die Idee, „Die Treuetester“ zu gründen. Seitdem beschäftige ich mich mit den Themen Treue und Beziehungen und versuche meinen Kunden hauptsächlich eines zu geben: die langersehnte Gewissheit auf die quälende Frage, ob der Partner treu ist.“
Therese Kersten